Wer sein Rad liebt...

by Linda Bög — last modified Jul 19, 2010 07:00 PM

Es ist furchtbar. Es ist schrecklich. Es ist manchmal sogar tödlich. Fahrradfahren.

Ja ich weiß, jeder kennt die Geschichten von Radfahrern, die von rechtsabbiegenden Autos übersehen wurden. Die Meisten haben selbst schon mal solche Situationen erlebt.

Ganz klar: Die bösen Autofahrer sind Schuld. Die elenden Dummköpfe, die zu blöd sind über die Schulter zu gucken, die einem in die Augen blicken und dann trotzdem die Vorfahrt nehmen.

Klarer Fall, oder?

Nicht ganz. Natürlich ist es immer irgendwie albern alle Individuen die ein gemeinsames Merkmal innehaben über einen Kamm zu scheren. Aber es ist irgendwie auch menschlich – in diesem Fall von den Autofahrern. Ich will damit sagen, dass man schon ein großer Idealist sein muss, wenn man die Fahrradfahrer (ich kann nur für die Augsburger Radler sprechen) noch ernst nimmt.

Ich selbst erlebe es jeden Tag. Es ist wirklich erstaunlich, gegen wie viele Verkehrsregeln man verstoßen kann indem man von der Innenstadt ins Univiertel radelt. Da gibt es Fahrradfahrer, die scheinen nicht zu wissen, dass wir in Deutschland Rechtsverkehr haben, dass Fahrradfahrer bei geteilten Gehwegen immer auf der Straßenseite fahren, dass man bei rot an der Ampel stehen bleibt und dass man nicht auf dem Fahrrad telefonierend Schlangenlinien fährt, wenn 20 andere Fahrradfahrer versuchen einen zu überholen.

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(Dieses Zeichen bedeutet: Fahrradweg. Man darf den Fahrradweg aber nur in der Richtung benutzen, von der aus man das Schild auch lesen kann.)

Das traurige ist ja, dass die Menschen von denen ich hier spreche die Bildungselite von morgen sind. Die studierten jungen Menschen, die irgendwann die Grundpfeiler unserer Gesellschaft darstellen werden, die Renten für unsere Eltern bezahlen und dieses Land mit der Kraft ihrer Nackten Arme, ihrem unbeugsamen Willen und ihrem puren Wissensschatz zu einem besseren machen.

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(Dieses Schild bedeutet, dass Radfahrer und Fußgänger gemeinsam einen Weg benutzen dürfen. Der kluge Radfahrer nimmt deswegen besonders Rücksicht auf Kinder, Hunde und Rollerblades)

Doch diese Probleme gibt es nicht nur in Augsburg. Auch in Münster verhalten sich die Studenten asozial und grob fahrlässig bei der Wahl der Parkplätze für ihre Räder. Hinter dem Münsteraner Bahnhof müssen bürgerkriegsartige Zustände herrschen. Lieferwägen müssen auf der Straße parken, da die Räder den Gehsteig blockieren. Auch Passanten müssen Kurven und Umwege laufen, wie die Ibbenbürener Volkszeitung berichtet.

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(Dieses Schild bedeutet: Fußgänger laufen links vom Strich, Radfahrer fahren rechts vom Strich. Ganz einfach.)

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