Erwachsesein

Oct 15, 2010

Blog Action Day 2010 – Wasser

by Linda Bög — last modified Oct 15, 2010 10:45 AM

Ja, auch die Brückenbande aus Augsburg nimmt am weltweiten Blog Action Day Teil. Das ist eine Action, bei der sich Blogger aus aller Welt beteiligen um an einem Tag ein bestimmtes Thema in den Fokus zu rücken. Heute, am 15. Oktober 2010 soll es dabei um Wasser gehen.

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Jetzt gehen wir einfach mal frech davon aus, dass unsere Stamm-Leser über folgende Themen informiert sind:

  • Wasserknappheit
  • Mangelhafter oder kein Zugang zu sauberem Trinkwasser für viele Millionen Menschen auf der ganzen Welt
  • Verschmutzung der Meere durch den Zulauf ungeklärten Wassers und Abfall

Deswegen wollen wir euch nicht zum hundertsten mal erschreckende Zahlen um die Ohren hauen, sondern mal ganz konkret werden:

Natürlich kann das Wasser, dass wir hier in Augsburg einsparen nicht in Flaschen abgefüllt und nach Afrika verschifft werden. Und klar, Wasserknappheit ist in Augsburg, bzw. Deutschland und Mitteleuropa, auch erstmal nicht zu erwarten. Warum sollen wir uns also mit dem Thema Wasser (jenseits von Spenden an das Rote Kreuz) überhaupt beschäftigen? Genau darum.

Die Probleme mit dem Wasser haben immer nur die anderen, die ganz weit weg sind – die anderen, die dort sind, wo unsere T-Shirts herkommen, unsere Erdbeeren wachsen und wo wir den Urlaub verbringen.

Und warum haben wir T-Shirts aus Bangladesh, Erdbeeren aus Spanien und billigen Urlaub in Ägypten oder der Türkei? Genau, weil die das dort nicht so genau nehmen (können) mit den Löhnen, den Sozialleistungen, der Sauberkeit und dem Wasser. Wer die Aufbereitung von verschmutztem Wasser nicht bezahlen muss, keine Anschlüsse für Wasserleitungen einbauen muss und das Grundwasser wild anzapfen kann ohne dafür zu bezahlen oder an Höchstwerte gebunden zu sein, der kann T-Shirts, Erdbeeren und Pauschalreisen recht günstig anbieten.

Die Folgen sind verschmutze Flüsse, Seen und Meere, Wohngebiete und Slums mit unzureichender Wasserversorgung, in denen sich Krankheiten ausbreiten und Grundwasserpegel, die so niedrig sind, dass der Boden unter großen Gebäuden nachgibt oder – bei Meeresnähe – Salzwasser zuläuft und das Grundwasser für die gesamte Vegetation nutzlos, bzw. schädlich macht.

Der Appell zum Blog Action Day lautet deswegen: Bitte denkt mal nach, wie eigentlich die Preise zustande kommen, die wir hier in Augsburg so bezahlen. Ist eine Pauschalreise nach Ägypten für 14 Tage á 200 Euro pro Person wirklich angemessen? Steht dieser Preis in irgendeinem Verhältnis? Und wie kann es sein, dass es bei Kik Jeans für 9,99 Euro pro Stück gibt?

Das hat alles viel mit Globalisierung, Armut und dem Kapitalismus zu tun, aber eben auch mit Wasser, Wasserknappheit und Wasserverschmutzung.

Andere Blog Action Day-Beiträge, die der Brückenbande gefallen:

Oct 12, 2010

Blog Action Day 2010

by Linda Bög — last modified Oct 12, 2010 11:15 AM

Über die Community Girls On Web Society habe ich vom Blog Action Day 2010 erfahren. Jedes Jahr schließen sich dafür Blogger aus der ganzen Welt zusammen und berichten über ein Thema.

Am 15. Oktober 2010 werden deshalb weltweit millionen Blogger über das Thema Wasser berichten.

Wer macht außer uns sonst noch aus Augsburg mit?

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PS: Girls On Web Society sind nur auf Facebook und keine öffentliche Gruppe. Bloggermädchen und Internetfrauen müssen sich um die Aufnahme bewerben.

 

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Jul 19, 2010

Wer sein Rad liebt...

by Linda Bög — last modified Jul 19, 2010 07:00 PM

Es ist furchtbar. Es ist schrecklich. Es ist manchmal sogar tödlich. Fahrradfahren.

Ja ich weiß, jeder kennt die Geschichten von Radfahrern, die von rechtsabbiegenden Autos übersehen wurden. Die Meisten haben selbst schon mal solche Situationen erlebt.

Ganz klar: Die bösen Autofahrer sind Schuld. Die elenden Dummköpfe, die zu blöd sind über die Schulter zu gucken, die einem in die Augen blicken und dann trotzdem die Vorfahrt nehmen.

Klarer Fall, oder?

Nicht ganz. Natürlich ist es immer irgendwie albern alle Individuen die ein gemeinsames Merkmal innehaben über einen Kamm zu scheren. Aber es ist irgendwie auch menschlich – in diesem Fall von den Autofahrern. Ich will damit sagen, dass man schon ein großer Idealist sein muss, wenn man die Fahrradfahrer (ich kann nur für die Augsburger Radler sprechen) noch ernst nimmt.

Ich selbst erlebe es jeden Tag. Es ist wirklich erstaunlich, gegen wie viele Verkehrsregeln man verstoßen kann indem man von der Innenstadt ins Univiertel radelt. Da gibt es Fahrradfahrer, die scheinen nicht zu wissen, dass wir in Deutschland Rechtsverkehr haben, dass Fahrradfahrer bei geteilten Gehwegen immer auf der Straßenseite fahren, dass man bei rot an der Ampel stehen bleibt und dass man nicht auf dem Fahrrad telefonierend Schlangenlinien fährt, wenn 20 andere Fahrradfahrer versuchen einen zu überholen.

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(Dieses Zeichen bedeutet: Fahrradweg. Man darf den Fahrradweg aber nur in der Richtung benutzen, von der aus man das Schild auch lesen kann.)

Das traurige ist ja, dass die Menschen von denen ich hier spreche die Bildungselite von morgen sind. Die studierten jungen Menschen, die irgendwann die Grundpfeiler unserer Gesellschaft darstellen werden, die Renten für unsere Eltern bezahlen und dieses Land mit der Kraft ihrer Nackten Arme, ihrem unbeugsamen Willen und ihrem puren Wissensschatz zu einem besseren machen.

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(Dieses Schild bedeutet, dass Radfahrer und Fußgänger gemeinsam einen Weg benutzen dürfen. Der kluge Radfahrer nimmt deswegen besonders Rücksicht auf Kinder, Hunde und Rollerblades)

Doch diese Probleme gibt es nicht nur in Augsburg. Auch in Münster verhalten sich die Studenten asozial und grob fahrlässig bei der Wahl der Parkplätze für ihre Räder. Hinter dem Münsteraner Bahnhof müssen bürgerkriegsartige Zustände herrschen. Lieferwägen müssen auf der Straße parken, da die Räder den Gehsteig blockieren. Auch Passanten müssen Kurven und Umwege laufen, wie die Ibbenbürener Volkszeitung berichtet.

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(Dieses Schild bedeutet: Fußgänger laufen links vom Strich, Radfahrer fahren rechts vom Strich. Ganz einfach.)

May 27, 2010

Erotik für Frauen = möglichst viel Geld ausgeben?

by Linda Bög — last modified May 27, 2010 10:10 PM

Das Magazin Alley Cat hält nicht was es verspricht.

Das Frauenmagazin Alley Cat erhebt den Anspruch Erotisches für Frauen zu bieten. Wie die Zeitschrift in den letzten Jahren daher kam kann ich nicht beurteilen, doch die erste Ausgabe seit Eingliederung in den Burda-Verlag ist meiner Meinung nach ein schlechter Witz.

Vollmundig verspricht die Chefredakteurin Ina Küper, dass Frauen sich jetzt endlich ein neues sexuelles Selbstbewusstsein angeeignet haben, weshalb sie sich nicht mehr sagen lassen „Tu dies, tu jenes“. Im Gegenteil: Frau darf, laut  Küper jetzt auch mal „Nö“ sagen. Nun, Frau Küper, für Sie mag es wohl neu sein, flotte Dreier und Bettakrobatik auch mal abzulehnen, weil man keine Lust darauf hat, doch unterstellen Sie bitte nicht ihren Leserinnen, jetzt erst auf diese Idee gekommen zu sein.

Lustig wird es aber erst auf den folgenden Seiten. Ab dem Vorwort bis zum Ende besteht das Heft eigentlich nur aus Produkt- und Handlungsempfehlungen, von denen die schrägste sicherlich ein Muschi-Reinigungsgerät ist. Wie soll ich Ihnen, Frau Küper glauben dass es ok ist nicht-zusammenpassende Unterwäsche zu tragen und dass wir am besten aussehen wenn wir ungeschminkt einem zerwühlten Bett entsteigen (wie Sie im Vorwort behaupten), wenn sie uns auf den 138 Seiten, die Alley Cat dick ist, gerade einmal knapp 40 Seiten bieten, auf denen kein Produkt (mehr oder weniger versteckt in Artikeln) angepriesen wird? Wobei ich hier die 7 Doppelseitigen Inhaltsangaben schon mitgezählt habe.

Nicht, dass mich hier jemand falsch versteht: es ist vollkommen klar, dass ein Magazin finanziert werden muss. Warum also nicht mit Themenrelevanten Produkten? Wenn die auch noch so fein in Szene gesetzt werden wie in der Dessous-Modestrecke mit der molligen Leserin dann hat das sogar etwas äußerst reizvolles. Doch selten ist mit eine Zeitschrift untergekommen, die über die Darstellung themenrelevanter Produkte das Thema völlig vergisst.

Immerhin sollte es hier um Erotik für Frauen gehen. Zu diesem Thema finde ich in Alley Cat einen halbseidenen Artikel in dem eine Redakteurin versucht via Couchsurfing an Sex zu kommen, einen Rückblick auf die Sexuelle Befreiung der Frau (in dem zu Schluss wenigstens Beth Ditto gelobt wird) und einen Auszug aus einem Sex-Roman. Unter Erotik stelle ich persönlich mit etwas anderes vor.

Was bleibt? Die Absicht ein hochwertiges Erotikmagazin für Frauen zu gestalten ist eine gute und sollte belohnt werden, doch wenn keine Erotik mehr im Endprodukt steckt, sollte man das dann auch nicht so vermarkten.

 

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