Nachbarn

Dec 10, 2010

Über den Tellerrand bloggen

by Linda Bög — last modified Dec 10, 2010 09:35 AM
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Gesichtet.net will Blogger lokal und regional vernetzen. Mit einer interaktiven Google-Map können Blogger herausfinden, ob es andere Blogger in der Nähe gibt.

Blogger in Deiner Nähe

Die Brückenbande ist nach Gedankenschubla.de seit heute erst der zweite Augsburger Blog in dieser Map. Aber das wird sich sicherlich bald ändern :) Von blokal weiß ich, dass es hier noch viel mehr Blogger gibt. Leider wird das Portal nicht mehr weiterentwickelt. Lieber Jan und lieber Horst: Überlegt es Euch noch mal!

Jul 27, 2010

Der König von Augsburg

by Linda Bög — last modified Jul 27, 2010 03:30 PM

Immer wieder treffen wir ihn in der Stadt. Meist singt er nicht, aber wenn, dann stets Weihnachtslieder.

In letzter Zeit treffe ich ihn manchmal an der Ecke Kanalstraße/Müllerstraße. Ich lächle den König dann immer an, aber er lächelt nie zurück. Ich weiß nicht ob er sich an mich erinnert.

Der König von Augsburg

Ich hab mir mal den Spaß gemacht nach dem König von Augsburg zu googlen, hab aber kaum etwas gefunden. Nur diesen feinen Radiobeitrag unseres geliebten Bayerischen Rundfunks vom 25. September 2009.

Ich kann den Mitschnitt auch allen Augsburgern empfehlen, die den König schon kennen oder ihn oft sehen, denn in dem Beitrag spricht er auch selbst und erzählt wie das war, als er nach Rom gewandert ist.

Bayerischer Rundfunk: So klingt Augsburg: Der König von Augsburg

Jun 11, 2010

Nachruf: Die Brückenbande trauert

by Linda Bög — last modified Jun 11, 2010 01:11 PM

Oder: Was tut die Hausmeistergattin dem Schnittlauch an?

Wir Gedenken in stiller Trauer unserem lieben Schnittlauch, der einem Ritualmord zum Opfer gefallen ist.

Augsburg: Bereits letztes Jahr waren in der Brückenstraße drei Erdbeerpflanzen zu beklagen, nachdem die Frau des Hausmeisters sich um das Beet im Innenhof „gekümmert“ hatte. Ein Jahr lang hielt man das verschwinden der Erdbeersetzlinge in die Tiefen der braunen Tonne für ein Versehen. Heute ist bekannt geworden dass es sich um ein grausames Ritual handelt. Nahezu exakt ein Jahr nach dem Verschwinden der Erdbeerpflanzen aus dem Innenhof-Beet mussten nun Schnittlauch und Knoblauch daran glauben. Bis auf wenige Zentimeter gestutzt stehen die Pflanzen, einst in saftig-grüner Pracht erblüht, nun einsam und herzzerreißend geschunden neben dem Drahtzaun.

Die Täterin konnte dank vertrauenswürdigen Zeugenaussagen aus der Nachbarschaft zweifelsfrei Identifiziert werden: die Ehefrau des Hausmeisters. Schon öfter war das Paar unangenehm aufgefallen. Es hatte laute Streitigkeiten um vermeintlich gestohlene Schneeschippen und falsch geparkte Kinderwägen gegeben. In jüngerer Vergangenheit zogen die Beiden mit dem Anbringen eines kniehohen Durchfahrts-Verbots-Pfosten (blaue Flecken an Schienbeinen inklusive) in der Einfahrt Ärger auf sich.

Doch niemand hatte damit gerechnet dass die Ehefrau zu solch erschütternde Taten wie der systematischen Vernichtung von Nutzpflanzen fähig sein würde. Besonders schockierend an der Tat: Als Hausmeister Ehepaar sind die Beiden damit beauftragt sich nach bestem Wissen und Gewissen um das Haus und dessen Instandhaltung zu kümmern. Man kann im vorliegenden Fall also durch aus von Mord an Schutzbefohlenen sprechen.

Nov 23, 2009

Aus dem Leben eines Großstädters

by Linda Bög — last modified Nov 23, 2009 11:25 PM

Jede Stadt hat ihr Brauchtum und ihre Rituale.

Ganz Köln dreht zur Faschingszeit komplett durch und ruft von morgens bis Abends „Alaaaaaf“.  Berlin wurde geraume Zeit lang einmal im Jahr von knapp bekleideten Techno-Fans heimgesucht, die jedes mal unfassbar Müllberge hinterließen. München befindet sich bereits im September im Ausnahmezustand, wenn die Gäste aus aller Welt auf dem Oktoberfest eine oder zwölf gepflegte Maß Festbier zu sich nehmen wollen.

Die Weltstadt Augsburg feiert ihren Christkindlesmarkt. Dieses Jahr schon ab dem 23. November. Bei 12 Grad Durchschnittstemperatur und Sonnenschein.

Während diejenigen Kölner, die keine Lust aufs Verkleiden haben, einfach die Stadt verlassen, die Berliner während der Love-Parade jahrelang die Straße des 17 Juni gemieden haben und die Münchener nur an den Tagen auf die Wiesn gehen, an denen eben jene nicht von Italienern überrannt wird, kommt der gemeine Augsburger dem Christkindlesmarkt nicht aus.

Zentral und Publikumswirksam auf dem Rathausplatz gelegen nimmt der Weihnachtsmarkt aktustisch die gesamte Innenstadt ein. Doch auch die schmale Flucht zwischen Würschtlebuden und dem ortsansässigen Herrenaussatter wird von den Besuchern des Marktes in Anspruch genommen.

Da in den inneren Hauptverkehrsachsen der weihnachtlichen Shopping-Paradises sich all die Laufkundschaft auf Socken, Krippenzubehör und Schupfnudeln konzentriert müssen die zwar friedlichen aber schwankenden Glühweintrinker ins Umfeld des Christkindlemarktes ausweichen.

Genau dorthin, wo den friedliebenden Augsburger für gewöhnlich sein Heimweg entlangführt. Denn wenn eben jener Augsburger ganz in Gedanken an sein Server-Setup oder an Unterwäsche versunken nach Hause strebt um ganz gepflegt einen Berg Nudeln zu verspeisen, muss er, angesichts der kulinarischen Freuden, die ihn erwaren, viel aushalten. Aber schwankende Glühwein-betüdelte Frührentner, Yuppies und Abiturienten gehören nicht dazu.

Doch da es, unter anderem der Geschichte verschuldet (siehe Augsburger Religionsfrieden) dem Augsburger im 21. Jahrhundert nicht mehr gestattet ist, sich lauthals schimpfend oder rempelnd gegen die betrunkenen Weihnachts-Junkies zur Wehr zu setzen, wurde in Augsburg das sog. Kasperle-Slalom erfunden. Bei der Sportart, die mittlerweile in den USA zum Trend geworden ist, geht es darum, sich möglichst berührungslos durch die Horden der Besucher des Augsburger Glühmarkt-Besucher zu schlängeln.

Bewertet werden die Haltung, die Geschwindigkeit und der Gesichtsausdruck.

Die derzeitigen Rekordhalter sind Schupfheinz (13,5) und Annemarie Eilfeld (14,2). Anmeldungen zur diesjährigen Teilnahme an den Meisterschaften im Kasperle-Slalom werden ab sofort entgegen genommen. Die Mailadresse für die Anmeldung lautet: kasperle-slalom@augsburg.de

Oct 25, 2009

My Neighbours are Strange...

by Linda Bög — last modified Oct 25, 2009 01:20 PM

Der Nachbar bewohnt die Wohnung in dem Haus gegenüber, die genau auf unserer Höhe liegt. Unser Küchenfenster und sein Schlafzimmerfenster. Vis á vis.

Der Nachbar bewohnt die Wohnung in dem Haus gegenüber, die genau auf unserer Höhe liegt. Unser Küchenfenster und sein Schlafzimmerfenster. Vis á vis.

Unser Nachbar ist Astronaut. Oder Industrietaucher. Er ist immer eine Weile nicht da, und dann sieht man ihn wieder jeden Tag. Der geht bestimmt auf Montage. Oder eben auf dem Mond. Der Kanarienvogel wollte eigentlich ein Skript schreiben zum Abgleich von Datenbanken. Wir wollten überprüfen ob die Abwesenheitszeiten unseres Nachbarn mit den Zeiträumen der bekannten Raummissionen überein stimmen. Wenn er allerdings für geheime Militärprojekte fliegt, dann muss schon ein größerer Systemangriff her, um die Zeiträume zu vergleichen.

Leider hat der Kanarienvogel immer so viel anderes zu tun. Er muss Outlook-Probleme von Kunden fixen und Mailadressen einrichten. Da bleibt keine Zeit für einen Angriff auf die NASA oder die ESA.

Unser Nachbar hat auf alle Fälle einen Job, bei dem man eine ganz schwere, dicke und unbewegliche Montur tragen muss.

Nur so lässt es sich erklären, warum unser Nachbar dann zu Hause immer völlig unbekleidet beschwingt durch die Wohnung hüpft. Seine Haut hat sicherlich Luftentzug. Das kann zu Erstickung führen, wie wir spätestens seit den Sorgen um Shirley Eaton wissen, die sich für den Bond-Film Goldfinger von oben bis unten mit Blattgold bekleben lies.

Wahrscheinlich muss er auch einiges an Bewegung nachholen bzw. seine Muskeln wieder aufbauen. Man erinnere sich nur an die Langzeit-Astronauten, die nach ihrer Rückkehr auf die Erde ganz schwach sind und getragen werden müssen, weil sie nach dem langen Aufenthalt in der Schwerelosigkeit nicht mehr genügend Muskeln haben um sich auf der Erde selbstständig zu bewegen. Nachdem sich unser Nachbar also nach seinen All-Missionen im Spezialzentrum wieder erholt hat und nach Hause darf, ist er so froh über seine Bewegungsfreiheit dass er uns seinen nackten Körper gerne auch mal mit Bodybuilder-Posen präsentiert. Vor allem die Mitte seines Körpers bewegt er dabei sehr... beschwingt.

Es ist schön wenn man in der anonymen Mittelgroßstadt eine Beziehung zu seinen Nachbarn aufbaut. Man fühlt sich gleich aufgehoben wenn alle gegenseitig aufeinander aufpassen. Es kann mir nicht passieren dass ich mich morgens beim Kaffeetrinken am Küchenfenster vertrödele. Nach wenigen Minuten kommt unser Nachbar ans Fenster und zeigt mir wie froh er ist, endlich von seinem Raumanzug befreit zu sein.