Schmerzen, Leiden, Qualen

Nov 29, 2010

Augsburg-Song sucht visuelle Unterstützung

by Linda Bög — last modified Nov 29, 2010 10:05 AM

Kreative Ausgburger sollen Video zum Regio-Song drehen

‚Augsburg Let´s Go!’ soll die neue Hymne der Fuggerstadt werden. Das zumindest scheint der Plan der Regio Augsburg Tourismus GmbH zu sein.

Offenbar ist man beim Tourismusverband der Meinung, Augsburg am besten mit hartem Rock und spärlichem Text repräsentieren zu können. Man gibt sich international (mehrsprachig) und ruft ab und zu in verschiedenen Sprachen dass Besucher doch nach Augsburg kommen mögen. Dass man die Hälfte des Textes nicht versteht ist dann auch schon egal, denn irgendwie scheint sich alles darum zu drehen, möglichst viele Menschen in unsere Stadt zu locken. Diesen Plan mithilfe eines Songs zu verfolgen mag eine schöne Idee sein, aber etwas weniger offensichtlich anbiedernd hätte es schon sein dürfen.

Link zum Song Augsburg Let´s Go!

Zur Musik: Es ist ja nicht so, dass wir ein paar wirklich herausragende Musiker in Augsburg haben. Man sehe sich nur mal die Liste der Band-des-Jahres-Gewinner an, die kürzlich in der neuen Szene veröffentlich wurden. Auch das Modular-Festival hätte für die Musikanten-Suche der Augsburger Tourismus GmbH sicherlich eine bessere Fundgrube geboten. Stattdessen hat man Gerhard ‚General’ Seckler rangelassen, einen Punkrocker aus den 80ern. Wenn da mal nicht die nostalgischen Gefühle eines Tourismus-Mitarbeiters etwas über die Strenge geschlagen haben...?

Nun gut, der interessierte Internetseitenbesucher erfährt bei der Regio eigentlich nur, dass ein Video zum Song gesucht wird. Was mit dem Video später geschieht und woraus der Preis für das beste Video besteht bleibt im Dunkeln... Klar ist, dass der Filmemacher alle Rechte an dem eingereichten Meterial zur Verfügung stellen muss.

Ob man mit dieser Ausschreibung echte Videokünstler hinterm Ofen hervor locken kann bleibt fraglich. Schade, dass diejenigen, die sich um die Vermarktung unserer Stadt kümmern, ihren eigenen Wettbewerb und ihren eigenen Song so schlecht unters Volk bringen... Zumal fraglich ist, wie viele Augsburger Videokünstler auf den Seiten der Touristeninfo herumsurfen und auf den Wettbewerb überhaupt aufmerksam werden.

  • Teilnahme am Video-Wettbewerb ist nich bis zum 28.Februar 2011 möglich.

Die  90er-Jahre Webseite der Regio Augsburg Tourismus GmbH ist dann auch noch mal so ein Thema für sich...

Bleibt zum Schluss noch zu erwähnen:

Liebe Augsburg-Besucher, bei uns ist es nicht schön weil wir einen Regio-Song haben, sondern trotzdem wir einen Regio-Song haben!

Links zum Thema:

Jul 23, 2010

Shirlee Busbee: Skandalöse Küsse

by Linda Bög — last modified Jul 23, 2010 04:55 PM

Eleanor Anslowe ist schön und reich und hat ihren eigenen Kopf. Dass sie von einem Gentleman entführt wird, der beabsichtigt sie zur Heirat zu zwingen, damit er seinen Schulden entkommen kann, passt ihr das natürlich nicht in den Kram. Als zufällig der Blitz neben die Kutsche einschlägt in welcher der Entführer Eleanor zu seinem Versteck bringen will, nutzt sie das, durch die scheuenden Pferde entstandene, Chaos und flieht in den Wald. Da es immer noch regnet und sie natürlich nur ein Nachthemd trägt (sie wurde ja sozusagen aus dem Bett heraus gekidnapt) sucht sie Schutz in einer verlassenen Hütte. Dor trifft sie den schönen und noch reicheren Earl of Wyndham der versucht sie zu küssen. Weil ihre Ehe durch das nächtliche Abenteuer beschmutzt werden würde bleibt den beiden nichts anderes übrig als zu heiraten.

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Gegen jede Erwartung verlieben sich Eleanor und ihr Earl dann ein paar Wochen nach der Hochzeit doch und bekommen ein Baby. Doch die tote erste Frau des Earl verunsichert Eleanor. Sie hat die Vermutung, dass ihr Ehemann immer noch an der toten hängt, da jeden Tag frische Blumen vor ihrem Bild stehen. Doch auch dieses Missverständnis klärt sich auf. Hatte es doch einer der Diener nur etwas zu gut gemeint.

Und sie lebten glücklich und zufrieden bis an ihr Lebensende...

Ach Nein, da war ja noch die Sache mit den Alpträumen. Die Frischvermählte träumt nämlich in regelmäßigen Abständen von grausamen Morden an jungen Mädchen. Als sich herausstellt, dass das nicht bloß Alpträume sind, sondern wahre Begebenheiten, denen sie auf mystische Weise im Traum zusieht macht sich der tapferer Earl of Wyndham auf die Suche nach dem Mörder und wird natürlich in der Nachbarschaft fündig.

 

Shirlee Busbee: Skandalöse Küsse, deutsche Erstveröffentlichung 2008, Übersetzt von Ute-Christine Geiler, 479 Seiten; Erhältlich unter www.weltbild.de für 7.00 EUR.

  • Erster Kuss auf Seite 115
  • Erster Sex auf Seite 154 (wird im Buch „die Ehe vollziehen“ genannt)

Jul 19, 2010

Wer sein Rad liebt...

by Linda Bög — last modified Jul 19, 2010 07:00 PM

Es ist furchtbar. Es ist schrecklich. Es ist manchmal sogar tödlich. Fahrradfahren.

Ja ich weiß, jeder kennt die Geschichten von Radfahrern, die von rechtsabbiegenden Autos übersehen wurden. Die Meisten haben selbst schon mal solche Situationen erlebt.

Ganz klar: Die bösen Autofahrer sind Schuld. Die elenden Dummköpfe, die zu blöd sind über die Schulter zu gucken, die einem in die Augen blicken und dann trotzdem die Vorfahrt nehmen.

Klarer Fall, oder?

Nicht ganz. Natürlich ist es immer irgendwie albern alle Individuen die ein gemeinsames Merkmal innehaben über einen Kamm zu scheren. Aber es ist irgendwie auch menschlich – in diesem Fall von den Autofahrern. Ich will damit sagen, dass man schon ein großer Idealist sein muss, wenn man die Fahrradfahrer (ich kann nur für die Augsburger Radler sprechen) noch ernst nimmt.

Ich selbst erlebe es jeden Tag. Es ist wirklich erstaunlich, gegen wie viele Verkehrsregeln man verstoßen kann indem man von der Innenstadt ins Univiertel radelt. Da gibt es Fahrradfahrer, die scheinen nicht zu wissen, dass wir in Deutschland Rechtsverkehr haben, dass Fahrradfahrer bei geteilten Gehwegen immer auf der Straßenseite fahren, dass man bei rot an der Ampel stehen bleibt und dass man nicht auf dem Fahrrad telefonierend Schlangenlinien fährt, wenn 20 andere Fahrradfahrer versuchen einen zu überholen.

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(Dieses Zeichen bedeutet: Fahrradweg. Man darf den Fahrradweg aber nur in der Richtung benutzen, von der aus man das Schild auch lesen kann.)

Das traurige ist ja, dass die Menschen von denen ich hier spreche die Bildungselite von morgen sind. Die studierten jungen Menschen, die irgendwann die Grundpfeiler unserer Gesellschaft darstellen werden, die Renten für unsere Eltern bezahlen und dieses Land mit der Kraft ihrer Nackten Arme, ihrem unbeugsamen Willen und ihrem puren Wissensschatz zu einem besseren machen.

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(Dieses Schild bedeutet, dass Radfahrer und Fußgänger gemeinsam einen Weg benutzen dürfen. Der kluge Radfahrer nimmt deswegen besonders Rücksicht auf Kinder, Hunde und Rollerblades)

Doch diese Probleme gibt es nicht nur in Augsburg. Auch in Münster verhalten sich die Studenten asozial und grob fahrlässig bei der Wahl der Parkplätze für ihre Räder. Hinter dem Münsteraner Bahnhof müssen bürgerkriegsartige Zustände herrschen. Lieferwägen müssen auf der Straße parken, da die Räder den Gehsteig blockieren. Auch Passanten müssen Kurven und Umwege laufen, wie die Ibbenbürener Volkszeitung berichtet.

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(Dieses Schild bedeutet: Fußgänger laufen links vom Strich, Radfahrer fahren rechts vom Strich. Ganz einfach.)

Jun 16, 2010

Wir jammern über das Wetter

by Linda Bög — last modified Jun 16, 2010 02:00 PM

Liebe Mitmenschen, sehr verehrte Augsburger mit Föhnfrisuren und Dauerwelle: Durch das Aufspannen eines Regenschirmes werden nicht automatisch alle anderen Passanten einen Kopf kleiner. Auch die Augen, die weh tun wenn man hineinpikst, sind trotz Regen immernoch da.