Sonntag

Nov 13, 2011

Sonntag

by Linda Bög — last modified Nov 13, 2011 01:36 PM

Mein Sonntag verläuft eigentlich immer gleich. Ausnahmen gibt es nur, wenn wir Besuch haben, oder wenn wir selbst irgendwo zu Besuch sind.

Um kurz nach acht wache ich auf und beschäftige mich im Bett erstmal 20 Minuten lang mit meinem Handy. Immer die gleiche Reihenfolge: Mails, Facebook, Twitter, SPIEGEL ONLINE. Hier habe ich das erste mal Kontakt mit den Nachrichten des Tages.

Danach stehe ich auf und gehe zum Bäcker. Auf dem Weg treffe ich Menschen, die in die Kirche gehen (irgend so eine Freikirche in unserer Nachbarschaft) und denke über Sinn und Unsinn von Religionsgemeinschaften nach. Auf den Tresen beim Bäcker liegt die BAMS - Stirnrunzeln und sich gut fühlen, weil man ja so einen Quatsch nicht liest.

Wieder zuhause mache ich Frauensachen. Küche aufräumen und Töpfe vom Abendessen abspülen, Wäsche waschen, bügeln. Danach Lese ich Zeitung und bastele irgendwas (Weihnachten und so). Dabei läuft die ganze Zeit Radio.

Radio kommt bei mir aus dem Telefon, weil die blöden Stromleitungen von der Eisenbahnbrücke neben unserem Haus das Signal stören. Über das Internet geht es aber. Radio aus dem Telefon hat auch den Vorteil, dass man es ständig mit sich herum tragen kann. Von der Küche ins Abeitszimmer, vom Wäschezimmer ins Bad. Immer läuft Bayern 2 - die Kulturvariante des Bayerischen Rundfunks. Mit Reportagen, Hörspielen und Diskussionen.

Irgendwann wacht der Kanarienvogel auf und wir machen Frühstück. Immer mit Radio. Hier höre ich dann ungefähr zum dritten mal die Nachrichten und habe mir bereits einige Gedanken über das Weltgeschenhen gemacht. Zwischen Kauen, Schweigen und Zuhören tauschen wir dann Kommentare über die Lage der Nation aus.

Dabei erzähle ich dem Kanarienvogel, welche Gedanken ich mir über die Nachrichten bereits den Vormittag über gemacht habe. Er sagt mir seine Meinung, ich antworte ihm was drauf und dann kommt irgendwann ein genialer Gedanke auf.

Nazis am Sonntag

Heute haben wir (wie auch schon viele Blogger und Twitterer vor uns) uns darüber gewundert, dass 'islamischer' und linker 'Terror' so viel mehr Empörung in der Bevölkerung verursachen als die rechte Zelle, die über Jahre hinweg Menschen in Deutschland ermodet hat (Stichwort Dönermorde).

Ja, warum nur haben wir so viel mehr Angst vor Kopftuchmädchen und zerissenen Jeans als vor Neonazis? Ich glaube, dass das daran liegt, dass uns niemand erklärt hat, wie wir mit Religösem und Linkem umgehen sollen. Was wir zu tun haben, wenn uns Rechtsradikalismus, Fremdenhass und Antisemitismus begegnen, haben wir allerdings alle in der Schule gelernt. Und zwar so lange, bis es uns fast zu den Ohren heraus kam. Das können wir echt im Schlaf. Wir brauchen darüber hinaus gar keine Angst zu haben, denn wir guten Deutschen sind ja erstens nicht die Zielgruppe des Hasses, und zweitens hatten viele von uns selbst 'Täter' in der Familie - wir wissen also, dass man mit diesen Menschen durchaus irgendwie umgehen kann.

Ikeakatalog

Später dann, im Bad, lese ich in den angesammelten Ausgaben von ZEIT MAGAZIN LEBEN und habe ein Designheft in der Hand. Dort finde ich eine Fotostrecke über echte, bewohnte Wohnzimmer und bin begeistert. Bei anderen Menschen ist es auch mal unordentlich und das Wohnzimmer wird zum Atelier, zum Spielplatz oder zur Abstellkammer umfunktioniert. Großartig! Das löst die Möbelkatalog-Gehirnwäsche in meinem Kopf wieder auf.

Dann habe ich die Idee für ein Kunsprojekt: Ikea-Möbel in Ihrer natürlichen Umgebung. Das wäre es doch! Vollgestopfe Billy-Regale und staubige Büroablagesysteme. Ikea-Möbel in Räumen, die so groß sind, wie die Zimmer in ganz normalen deutschen Wohnungen mit Kratzer im Parkett. Motive würde man im Freundeskreis genug finden.

Im Moment habe ich genügend Projekte und kann nicht auch noch Wohnungen fotografieren. Wenn jemand Lust dazu hat, die Idee sei hiermit freigegeben.

Ab 14 Uhr...

...wird dann noch ein bisschen gearbeiten - zumindest an den Tagen, an denen wir nicht zur Schwiegermutter eingeladen sind.

Manchmal schiebt sich ein Blogartikel dazwischen.

Oct 16, 2011

Blog Action Day 2011 - Lebensmittel

by Linda Bög — last modified Oct 16, 2011 08:05 AM
Filed Under:

Kommt essen, Kinder - es ist wieder Blog Action Day!

- Ein Bericht und eine Beichte -

Engagierte Blogger aus der ganzen Welt sind heute dazu aufgerufen, über das Thema Lebensmittel zu schreiben. Es beteiligen sich tausende Blogger auf der ganzen Welt, die in ihrer jeweiligen Sprache über das jeweilige Jahresthema bloggen. Mehr Informationen dazu gibt es in meinem Beitrag vom letzten Jahr: Blog Action Day 2010 - Wasser

Der Termin ist gut gewählt, denn der Blog Action Day 2011 ist auch der Welternährungstag.

Deswegen möchte ich Euch heute erzählen, wie der Kanarienvogel und ich dazu beitragen, dass unsere Ernährung den Planeten nicht weiter zerstört und eine kleine Beichte ablegen.

Zunächst unser Beitrag: Hier in der Region gibt es eine sogenannte Gemüsekiste. Das ist eine Zentrale, bei der Biobauern aus der Umgebung ihre Waren abgeben können. Von Obst über Gemüse bis zu Käse, Fleisch und Brot wird dort alles gesammelt. Verbraucher können diese Gemüsekiste abonnieren und bekommen jede Woche Waren nach Hause geliefert. Das Prinzip ist so einfach wie logisch, denn die Bauern müssen sich nicht an die Jahrespläne von Discountern und Speditionen halten, sondern belassen die Früchte auf dem Feld so lange sie reif sind. Dafür wird die Abnahme der Produkte garantiert.

Die Verbraucher bekommen jede Woche eine Kiste voll mit gesunden. biologischen Lebensmitteln aus der Region nach Hause geliefert. Die Lieferwege sind kurz und die Nahrungsmittel saisonal. Es werden nur in geringem Maße Gewächshäuser, Kühlhallen und Verpackungen benötigt, denn alles ist frisch und gelangt schnell zu den Verbrauchern nach Hause.

Natürlich darf man sich aussuchen, was man geliefert bekommt. Der Kanarienvogel und ich erhalten zum Beispiel nur Gemüse, haben aber Fenchel ausgeschlossen. Ab und zu bestellen wir Käse oder etwas anderes aus dem Sonderprogramm.

Der Effekt dieser Gemüsekiste ist, dass man immer frisch kochen muss, was oftmals einige Kreativität erfordert. Ich hätte nicht so ohne Weiteres gewusst, was ich mit zwei Kohlrabi anfangen soll... aber zum Glück gibt es heutzutage so geniale Erfindungen wie Chefkoch.de, wo man zu allen Zutaten ein passendes Rezept findet.

Wer meine Ausschweifungen bis hier hin verfolgt hat, der interessiert sich nun bestimmt auch für die Beichte... na gut: Wir sind tomatensüchtig. Wir können nicht widerstehen, wenn im Supermarkt diese knallroten runden Dinger rumliegen und rufen "iss mich, iss mich mit Büffelmozzarella, iss mich mit Schafskäse Zwiebeln und Gurken, iss mich mit Nudeln!!!" So kommt es, dass wir zu manchen Jahreszeiten Tomaten kaufen, die nicht aus der Region kommen und nicht aus Deutschland sind. Ich achte zwar darauf, dass sie zumindest aus einem unserer Nachbarländer kommen, aber die sind dann meistens nicht Bio. Es tut mir leid, dass wir in diesem Punkt so schwach sind, aber ich bin froh, dass ich mir das mal von der Seele schreiben konnte!

Schande über uns, hier noch die Links zum Thema:

I am proud to take part in Blog Action Day Oct 16, 2011 www.blogactionday.org

Oct 24, 2010

Sonntagsgruß

by Linda Bög — last modified Oct 24, 2010 01:00 PM

Augsburg - Du bist wunderbar.

Augsburg - Du bist wunderbar

(Entdeckt gegenüber dem Kino Liliom, Unterer Graben)

Brückenbande: Sonntagsgrüße

Aug 15, 2010

Sonntag

by Linda Bög — last modified Aug 15, 2010 07:45 AM

Jetzt weiß ich endlich, was der alte dicke Mann gestern da an der Parkbank gemacht hat. Ich hatte mich noch gewundert, warum der zwei Fahrräder hat, davon eines mit Anhänger. Schwer vorstellbar, dass der zwei Räder gleichzeitig fahren kann.. na, jedenfalls liegt heute das zweite Fahrrad komplett ausgeschlachtet unter der Parkbank.

Das Eichhörnchen, das gestern überfahren wurde liegt auch immernoch auf der Straße. Mittlerweile ist es total platt, aber der Schwanz ist immernoch schön fluffig und wedelt im Wind. Als in Markt Schwaben mal ein Eichhörnchen überfahren wurde sind im darauffolgenden Jahr überall Nussbäume gewachsen, weil ja niemand mehr die Wintervorräte aufgegessen hat. Vielleicht passiert das jetzt in der Brückenstraße auch?

Und dann ist mir noch aufgefallen, dass die Ampeln für die Fahrradfahrer immer als erstes grün werden. Was hat das wohl für einen Sinn?