für Erwachsene

May 27, 2010

Erotik für Frauen = möglichst viel Geld ausgeben?

by Linda Bög — last modified May 27, 2010 10:10 PM

Das Magazin Alley Cat hält nicht was es verspricht.

Das Frauenmagazin Alley Cat erhebt den Anspruch Erotisches für Frauen zu bieten. Wie die Zeitschrift in den letzten Jahren daher kam kann ich nicht beurteilen, doch die erste Ausgabe seit Eingliederung in den Burda-Verlag ist meiner Meinung nach ein schlechter Witz.

Vollmundig verspricht die Chefredakteurin Ina Küper, dass Frauen sich jetzt endlich ein neues sexuelles Selbstbewusstsein angeeignet haben, weshalb sie sich nicht mehr sagen lassen „Tu dies, tu jenes“. Im Gegenteil: Frau darf, laut  Küper jetzt auch mal „Nö“ sagen. Nun, Frau Küper, für Sie mag es wohl neu sein, flotte Dreier und Bettakrobatik auch mal abzulehnen, weil man keine Lust darauf hat, doch unterstellen Sie bitte nicht ihren Leserinnen, jetzt erst auf diese Idee gekommen zu sein.

Lustig wird es aber erst auf den folgenden Seiten. Ab dem Vorwort bis zum Ende besteht das Heft eigentlich nur aus Produkt- und Handlungsempfehlungen, von denen die schrägste sicherlich ein Muschi-Reinigungsgerät ist. Wie soll ich Ihnen, Frau Küper glauben dass es ok ist nicht-zusammenpassende Unterwäsche zu tragen und dass wir am besten aussehen wenn wir ungeschminkt einem zerwühlten Bett entsteigen (wie Sie im Vorwort behaupten), wenn sie uns auf den 138 Seiten, die Alley Cat dick ist, gerade einmal knapp 40 Seiten bieten, auf denen kein Produkt (mehr oder weniger versteckt in Artikeln) angepriesen wird? Wobei ich hier die 7 Doppelseitigen Inhaltsangaben schon mitgezählt habe.

Nicht, dass mich hier jemand falsch versteht: es ist vollkommen klar, dass ein Magazin finanziert werden muss. Warum also nicht mit Themenrelevanten Produkten? Wenn die auch noch so fein in Szene gesetzt werden wie in der Dessous-Modestrecke mit der molligen Leserin dann hat das sogar etwas äußerst reizvolles. Doch selten ist mit eine Zeitschrift untergekommen, die über die Darstellung themenrelevanter Produkte das Thema völlig vergisst.

Immerhin sollte es hier um Erotik für Frauen gehen. Zu diesem Thema finde ich in Alley Cat einen halbseidenen Artikel in dem eine Redakteurin versucht via Couchsurfing an Sex zu kommen, einen Rückblick auf die Sexuelle Befreiung der Frau (in dem zu Schluss wenigstens Beth Ditto gelobt wird) und einen Auszug aus einem Sex-Roman. Unter Erotik stelle ich persönlich mit etwas anderes vor.

Was bleibt? Die Absicht ein hochwertiges Erotikmagazin für Frauen zu gestalten ist eine gute und sollte belohnt werden, doch wenn keine Erotik mehr im Endprodukt steckt, sollte man das dann auch nicht so vermarkten.

 

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